DAS DENKMAL AN DER STELLE DES ZERSTÖRTEN TURNERTEMPELS

Das Denkmal soll für die jetzigen BewohnerInnen des Viertels und für StadtbesucherInnen – insbesondere die Vertriebenen jüdischer Herkunft und ihre Nachkommen – dasein. In seiner historischen Dimension hat es jenen Ort symbolisch wiederzubesetzen, der das weithin sichtbare und in seiner ästhetischen Erscheinung selbstbewusste Zentrum einer bedeutenden jüdischen Vorstadtgemeinde darstellte.

Es soll – potentiell – die gesamte jüngere Geschichte dieses Ortes in seiner historischen, politischen und soziologischen Symptomatik thematisieren und reflektieren (vergl. Turnertempel). Es steht also in einem ganz bestimmten historischen und gegenwärtigen Kontext und ist kein „Holocaust-Denkmal“, dessen abstrakte Form und symbolische Sprache sich vorsichtig davon fernhalten muss, das Geschehen der Shoah auf eine Metapher oder ein Bild zu reduzieren. Es braucht in seiner ästhetischen Erfahrbarkeit nicht die Unabschließbarkeit / Unverarbeitbarkeit / Unentschuldbarkeit der Shoah in ihrer gesamten Tragweite zum Ausdruck zu bringen. Zwar reicht die thematische Tragweite der Shoah in die Mikrogeschichte dieses Ortes hinein, doch sollen vor allem die kontingenten und lokalen Manifestationen dieser „Katastrophe“ in der symbolisch-künstlerischen Verfassung des Denkmals konkretisiert werden.

ENTWICKLUNG DES DENKMALS

Das Denkmalprojekt soll gemeinsam mit dem Kuratorium für Kunst im öffentlichen Raum (KÖR) und der Gebietsbetreuung XV und der Bezirksvertretung und unter Beteiligung der BürgerInnen des Viertels sukzessive vorbereitet – und schließlich in einem geladenen KünstlerInnen-Wettbewerb geplant werden.

SENSIBILISIERUNGSPHASE

Zielgruppe sind die AnrainerInnen aus dem Grätzel zwischen Mariahilferstraße und der Linken Wienzeile sowie Gürtel und der Winkelmannstraße. Über Artikel in relevanten Bezirksinformationsblättern (Bezirkszeitung, Bezirksblatt ...) soll zunächst der gesamte Bezirk über das Vorhaben informiert werden. Im Rahmen der Bezirksfestwochen Rudolfsheim-Fünfhaus werden zwei kostenlose Führungen durch das Grätzel angeboten (9. 5. und 16. 5. 2008). In Flugblättern soll auf das Projekt und die Möglichkeit der Beteiligung aufmerksam gemacht werden. Aushänge in Stiegenhäusern, die eventuell mehrsprachig erfolgen laden ebenfalls zu diesem Prozess ein. Um MigrantInnen erfolgreich ansprechen zu können, sind Streetwork-Tage geplant.

Um Kinder und Jugendliche erfolgreich in den Prozess zu involvieren, ist eine Kooperation mit den Schulen in der Umgebung vorgesehen. Hier gibt es bereits interessierte LehrerInnen, die mit SchülerInnen an Ideenwerkstätten teilnehmen würden.

Interessierte und bereits ins Projekt involvierte Personen aus dem 15. Bezirk sollen speziell angesprochen und zu einer Teilnahme motiviert werden.


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