„DAS DREIECK MEINER KINDHEIT“ –
eine jüdische Vorstadtgemeinde in Wien XV


Panoramabilder der Ausstellung

Fotogalerie: Ausstellung Das Dreieck meiner Kindheit - Eine jüdische Vorstadtgemeinde in Wien XV


Auslöser für diese Ausstellung war Inge Rowhani-Ennemosers Familiengeschichte Nachricht vom Verlust der Welt, die ein Kapitel lang im jüdischen Vereinshaus in der Herklotzgasse 21 angesiedelt ist. Initiiert wurde das Projekt von der Bürogemeinschaft dieloop.at und Bundesdachverband für soziale Unternehmen, die in diesem Haus arbeitet und mit Erstaunen feststellte, wie wenig über die jüdische Geschichte des Gebäudes und Viertels bekannt war.

Im Zentrum der Ausstellung stehen die Stimmen der Menschen, die hier aufwuchsen und vertrieben wurden.

„In meinen Kindheitserinnerungen ist dieses Dreieck Herklotzgasse 21, der Turnertempel und die Storchenschul-, ähnlich einer Burg mit drei Türmen umgeben von einem drohenden Vulkan, welcher jederzeit ruhen oder ausbrechen hätte können.“
So gab Moshe Jahoda der Ausstellung als erster Interviewpartner ihren Namen.

Während in Rudolfsheim-Fünfhaus kaum Spuren jüdischen Lebens zu finden sind, stießen die ProjektbetreiberInnen in Israel und anderen neuen Heimatländern auf eine Gemeinschaft der Erinnerung. Ihre Fragen wurden weitergereicht, in Interviews großzügig beantwortet und reich mit Fotomaterial, Dokumenten und Erinnerungsstücken illustriert. Einmal in Gange, weckte das Projekt auch bei der lokalen Bevölkerung Interesse daran, sich mit der verdrängten Vergangenheit auseinanderzusetzen.

In verschiedenen Teilen des Hauses wird die Geschichte der jüdischen Gemeinde aufgerollt und das Leben der ehemaligen BewohnerInnen dargestellt. 19 Videostationen und die zugeordneten Fotos, Dokumente und Gegenstände thematisieren den Alltag in einem Wiener Arbeiterbezirk und die Erfahrungen jüdischer Familien in diesem Umfeld. Sie folgen den Etappen der Ausgrenzung, Beraubung, Vertreibung und Flucht, der Ermordung und des Neubeginns in Palästina. Die Auseinandersetzung der in Israel geborenen Kinder mit den kulturellen Wurzeln ihrer Eltern schlägt eine Brücke zur Gegenwart. Eine sensationelle Wiederentdeckung von Dokumenten, die die Israelitische Kultusgemeinde Wien in der Herklotzgasse 21 gelagert hatte, verbindet die lebendige Erinnerung mit der Geschichte des archivarischen Gedächtnisses.

Die Ausstellung ist auf Interaktivität und Aktivierung der sozialen Umgebung konzipiert. Das betrifft die Vorbereitung der einzelnen Module, die aktive Bespielung der Ausstellung und des öffentlichen Raumes, die Einbeziehung von Gruppen, gemeinsame Begehungen, Workshops, Führungen und Diskussionen.

Produktion: Verein coobra, dieloop.at
Gesamtkoordination: Judith Pühringer, Michael Kofler

Kurator: Georg Traska
Ausstellungsgestaltung: Thomas Hamann
Film: Ursula Henzl
Portraitfotos: Alisa Douer
Vermittlungsprogramm: Alexandra Zabransky
Technik und Aufbau: Marcus Stöger
Graphik: Manuela Mark
Filmuntertitel und Lektorat: Petra Metelko
Zeitungsrecherche: Katharina Kober


Blick in den Ausstellungsraum


Videoprojektionen im Eingangsbereich



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