GÄSTEBUCH

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Christine Hahn, 08.05.2008

Ich bin im Jahre 1944 geboren und verlebte meine Kindheit im Hause Herklotzgasse 28.
Zur Zeit wohne ich in der Rauchfangkehrergasse und gehe öfter an dem ehemaligen Storchentempel vorbei, immer mit Bedauern über den desolaten Zustand dieses Hauses. Ich habe heute wieder einmal darüber nachgedacht, dass ich überhaupt keinen blassen Schimmer habe über ehemaliges jüdisches Leben im 15. Bezirk und probierte im Internet unter "Storchentempel" nachzuforschen. Siehe da, da gab es ja interessante Ent-deckungen! Ich habe den Bericht über die Israel Reise mit großem Interesse und Anteilnahme gelesen.
Es wäre begrüßenswert, würde es gelingen, aus dem Gedächtnis des Bezirkes Entschwundenes Vergessenes und Verdrängtes wieder bewußt werden zu lassen und durch Denkmal und Renovierung, Ausstellungen und Publikationen dem gewaltsam verdrängten Leben Ehre zu erweisen.
Christine Hahn


Barbara Kintaert, 10.06.08

Liebes Projektteam "Herklotzgasse21"!
Ihr Projekt und Ihre Website sind wunderbar! Ich freue mich, daß Sie alle soviel "ausgraben" und ans Tageslicht bringen konnten über die vergessene Geschichte Ihres Grätzls.
Gerne möchte ich mit Ihnen Kontakt aufnehmen.
Meine Mutter hatte einen (angeheirateten) Onkel, Friedrich (Fritz) Heller, geb. 1912. Er und seine Frau Bettina (geboren Hahn, geb. 1911) waren jüdisch. Beide lebten in der Sechshauserstraße Nr. 13. Leider wurden sie beide am 1. April 1943 mit dem Transport 14f nach Theresienstadt deportiert. Eineinhalb Jahre später wurde Fritz Heller am 29.9.1944 mit dem Transport El nach Auschwitz deportiert und Bettina am 19.10.1944 ebenfalls nach Auschwitz. Beide haben nicht überlebt.
Es wäre mir ein sehr großes Anliegen, mit Ihnen über ein mögliches Gedenkprojekt reden zu können.
In der Hoffnung bald von Ihnen zu hören, mit den allerbesten Wünschen für Ihre Arbeit und Mit solidarischen Grüßen,
Barbara Kintaert


Martin Weber, 29.08.08

Mein Großvater war jener Transportunternehmer Leopold Hölzl aus der Gebrüder Langgasse, der sich das zwangsarisierte Grundstück des Tempels in der Turnergasse 22 angeeignet hatte und darauf seinen Betrieb, die spütere Garage und Tankstelle errichtete. Mit 43 Jahren muss ich nun erstmals über die beschämenden Hintergründe dieses "Kaufes" erfahren nachdem die Familie - ganz österreichisch - leider nichts mehr weiß über diese Zeit. Ich bin bewegt und berührt über dieses Projekt.
Wer immer aus dem Viertel um die Turnergasse 22 sich an meinen Großvater Leopold Hölzl erinnern kann oder irgendwelche Angaben zu den Hintergründen um den Pogrom 1938 im Viertel Turnergasse 22 machen kann möge sich bitte bei mir melden.
Mit Respekt und in tiefster Anteilnahme allen ehem. jüdischen Bewohnerinnen und Bewohnern gegenüber,
Martin Weber


Amos Schüller, 31.10.08

Bezgl. der Eintragung und Nachfrage des HerrnMartin Weber v. 29.08.08,kann er gerne mit mir in Kontakt treten. Als junger Bursch wurde mir von einen Augenzeugen über die Kristallnacht berichtet, und zwar von einen Herrn Dworatschek, Werkzeugmachermeister meines grossväterlichen Betriebes Fa. Grossmann&Co.,Nfg.Schülller&Co., Ecke Dingelstedtgasse/Pater-Schwartzgasse und auch die darauffolgende Entwicklung. Der Schilderung nach war Ihr Grossvater Hölzl der Rädelsführer bei der Brandstiftung und hatte sich anschliessend das Grundstück "angeeignet". Dworatschek und andere Mitarbeiter versuchten zu verhindern dass das Feuer auf andere Gebäude übergriff, die Fabrik selbst war auf der anderen Strassenseite. Die Fabrik war zu den Zeitpunkt bereits ariisiert, und die Produktion wurde im wesentlichen von Manschettenknöpfe etc., auf Hackenkreuze u.ähnliches umgestellt. Für weitere Informationen stehe ich zur Verfügung. Amos Schueller


Arthur Haas, 03.11.08

Ich bin am 16.01.1939 in Wien geboren. Meine Eltern und ich wohnten in Unternmiete bei meinen Großeltern im Hause Herklotzgasse 24. Diese Haus exisitert leider nicht mehr. Wir hatten dort die ganzen Gräuel des Krieges miterlebt. Verfolgung, Krieg, Bomben, Hunger. Auf den Lebensmittelkarten war das meiste durchgestrichen. Wir hatten Glück, dass wir überlebten. Jeden Tag musste man den Tod vor Augen haben. Viele Familienangehörige väterlicherseits wurden verschleppt und umgebracht. Als damals noch kleines Kind verstand man zwar vieles nicht, aber im Unbewussten bekam man alles mit.