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Die aktuellen Raumbedingungen der Orte (Haus mit eingemieteten Sozial- und Kulturinstitutionen, ein Wiesengrundstück der Gemeinde, Fassaden von Zinshäusern mit Geschäften und Wohnungen etc.) sollen keineswegs neutralisieren, sondern historisch-kritisch und kreativ mit einbezogen werden. Hinsichtlich der Recherche führte die lokale Fragestellung dazu, dass sich die Suche nach Überlebenden in ein bestehendes Netz der kollektiven Erinnerung einklinken konnte. Während in Wien das Bewusstsein von der Jüdischen Gemeinde in Fünfhaus weitgehend erloschen ist, verständigen sich die aus diesem Viertel stammenden Israelis in ihrer historischen Erinnerung noch heute über „die Herklotzgasse“ und den Turnertempel als zentrale Orte ihres damaligen Lebens. Zugleich können wir das individuelle Gedächtnis und die aufgezeichneten Interviews im Stadtraum konkret verorten. Indem wir detailliert nach den Orten und Institutionen der lokalen Gemeinde fragen, vermeiden wir die Standard-Narrative über die NS-Zeit, die die individuelle Erinnerung mitunter stark überformen. |